Tag 43 – Schätzwerte

Gestern habe ich noch über Schätzwerte geschrieben. Heute denke ich drüber nach, was der ganze Mist eigentlich soll.

Nein, keine Sorge – ich schmeiße nicht alles hin. Aber ich frage mich halt schon, ob es überhaupt Sinn macht, sein gesamtes Essen haarklein aufzuschreiben und sogar abzuwiegen, wenn das Tagesbudget ja nur mit einer Formel berechnet ist. Da jeder Mensch anders ist, kann das ja nur ein Schätzwert sein. Dazu kommt, dass man seine Daten in 5 verschiedene Berechnungstools eingeben kann und 5 verschiedene Ergebnisse bekommt. Wie ich schon mal geschrieben habe, halte ich den auf der Seite von bmi-rechner.net für den sinnvollsten Rechner, da er oberhalb eines BMI von 30 eine andere Formel anwendet. Für logisch halte ich das, weil Körperfett ja keine Energie verbraucht. Aber  auch das ist nichts genaues, denn um den genauen Wert zu errechnen müsste man auch die genaue Muskelmasse kennen.

Mit der Pulsuhr ist es ähnlich. Die kann ja den tatsächlichen Energieverbrauch gar nicht kennen. Sondern er Energieverbrauch wird anhand des Pulses beim Sport errechnet. Klar – mit Alter, Größe und Gewicht kennt die Uhr die Parameter, die den Energieverbrauch beeinflussen, aber am Ende ist es nur ein errechneter Wert und eben kein Messwert.

Klar gibt es Möglichkeiten den Energieverbrauch in Ruhe und unter Belastung bei einem entsprechend spezialisierten Arzt zu messen. Aber ich glaube nicht, dass mir die Kasse das bezahlt, nur weil ich mal wissen will, wie genau meine Pulsuhr ist.

Apropos Genauigkeit. Der Unterschied bei den Anzeigen meines Heimtrainers und der Pulsuhr ist ja recht groß – ca. Faktor 2. Ein bisschen Recherche hat ergeben, dass das wohl normal ist, auch wenn die Abweichung wohl variiert. Die Aussagen liegen zwischen 10 und (wie bei mir) 50 Prozent. Wirkliche Erklärungen habe ich nicht gefunden. Meine Erklärung (die, wie ich finde, recht plausibel ist), hängt mit dem Wirkungsgrad zusammen. Der Heimtrainer misst einfach die Energie, die durch treten hineingesteckt wird. Allerdings bin ich ja keine perfekte Maschine (der Heimtrainer auch nicht). Also muss ich logischerweise mehr Energie aufbringen, als der Heimtrainer anzeigt. Wie viel mehr hängt mit meinem Wirkungsgrad zusammen – Also meiner Kondition.

Wie dem auch sei – die Ausgangsfrage war, ob es Sinn macht, bei all den Schätzwerten so genau Protokoll zu führen. Es mag überraschend klingen, aber ich sage trotzdem ‚Ja!‘.

Warum? Was soll ich denn sonst machen? Ich habe nun mal nur diese Werte. Und am Ende ist es mir völlig egal, ob ich damit eine absolute Messgenauigkeit erreiche, oder nicht. Wen interessiert es, ob die 2353 kcal, die ich gestern als Tagesbudget+Sport hatte, auch tatsächlich 2353 kcal sind? Am Ende ist es nur wichtig, dass ich einen Wert habe, der jeden Tag etwa gleich ist. Und wenn ich es schaffe so Gewicht zu verlieren und meine Kondition zu steigern, dann habe ich alles richtig gemacht.

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