Tag 102 – Die Motivation

Wenn man jemandem Berichtet wie es mit dem Abnehmen läuft, laufen die Gespräche irgendwie immer gleich ab – wobei das jetzt nicht negativ gemeint ist. Gerade von Leuten die das gleiche vorhaben kommt dann die Frage, wie man das geschafft hat. Inzwischen ist mir klar, dass diese Frage eher darauf abzielt, wie man sich motiviert hat.

Routine als Motivation

Motivation ist eigentlich nur am Anfang ein Problem. Ich bin dem einfach mit sturer Routine begegnet. Immer schön brav jeden Tag das Essen in die App eintragen sowie das Gewicht in die Excel-Tabelle.

Vor allem Excel ist eigentlich cool. Man kann da wunderbare Auswertungen machen und sich Ziele definieren. Ich habe für die 5kg-Marken Hochrechnungen in der Tabelle, die mir sagen, wann ich bei dem aktuellen Verlauf diese Marken erreichen werde. Wenn ich die erreicht habe, verschwindet die Hochrechnung. Zusätzlich habe ich über dem BMI habe ich eine bedingte Formatierung mit Farbverlauf von Rot über Gelb nach Grün. Jedes mal, wenn sich die Farbe wieder etwas verändert, ist das wie eine kleine Belohnung.

Erfolg als Motivation

Erfolg hilft bei der Motivation am meisten. Wenn man sich bewusst ist, wie gut es läuft, will man automatisch mehr. Wenn man denn mal in einem Motivationsloch steckt, ist die beste Strategie sich seine Erfolge anzusehen und sich ein neues Ziel zu definieren. Da hilft eine Excel-Tabelle wirklich sehr, denn man kann sich das erreichte wunderbar in Diagrammen visualisieren.

Richtig cool ist, wenn einem plötzlich Veränderungen auffallen. Als ich letztens zuhause vorm Rechner saß (ich glaube, ich habe Bilder bearbeitet) hab ich irgendwie unbewusst meine Hand auf den Oberschenkel abgelegt. Dabei ist mir dann mit den Fingern eine Delle aufgefallen und dachte mir noch ‚was ist das denn‘. Es war mein Muskulatur am Oberschenkel, die sich immer mehr abzeichnet.

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Tag 100 – unglaublich (glaub ich)

Geht das echt schon so lange?! Habe ich nicht gerade erst über den Tag 70 geschrieben?!

Irgendwie komisch. Eine große Marke ist erreicht und ich weiß selber nicht, was ich davon halten soll. Irgenwie fühlt sich das an wie ein Geburtstag – Nur dass der eigene Geburtstag immer unwichtiger wird, je älter man ist.

Wenn man jung ist, wird jeder Geburtstag gefeiert, als gäbe es den nächsten nicht. Und bei den wichtigen Marken wie 18 oder der 20 setzt man nochmal eins drauf. Aber dann wird es ruhiger. Man nutzt die Geburtstage weniger um wirklich zu feiern und sondern mehr als eine Gelegenheit, seine Freunde mal wieder alle gleichzeitig zu sehen. Da alle Familie haben, passiert das viel zu selten. Vor einem Monat bin ich 38 geworden und mir fällt gerade auf, dass ich dieses Jahr gar nicht mit Freunden gefeiert habe.

So ähnlich fühlt sich die 100-Tage-Marke an. Am Anfang war ich total happy über jeden kleinen Meilenstein. Und eigentlich müsste ich mich doch freuen wie Bolle, dass ich so durchgehalten habe. Aber tatsächlich ist es doch ein Sonntag wie jeder andere. Ein Sonntag mit der gleichen Routine wie jeder andere der letzten 14 Sonntage.

Nagut. Dann ist das halt so. Ich zieh‘ mir jetzt einen Espresso und lass‘ den Tag ausklingen.

Espresso

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Tag 99 – Cheatdays (die zweite)

Ja, die 2 kg sind (wie eigentlich erwartet) wieder weg. Mein Wochenziel von -1kg habe ich dennoch deutlich verfehlt. Allerdings habe ich auch eine Obst-Woche gemacht. Das heißt, es gab relativ viele Kohlenhydrate, die ja Wasser im Körper speichern. Nächste Woche ist wieder mehr Eiweiß geplant. Da sollte sich das wieder etwas ausgleichen.

Heute steht übrigens wieder Kaffee+Kuchen sowie Abendessen bei Freunden an. Allerdings mache ich daraus keinen Cheatday, sondern passe Frühstück und Mittag entsprechend an um im Tagesbudget zu bleiben. Ich bekomme sogar das Rezept und damit Nährwerte des Abendessens, damit ich ordentlich planen kann. Es geht doch nichts über Freunde, die einen unterstützen.

Übrigens – Der Begriff Cheatday wird gerne Fehlinterpretiert. Cheatday heißt nicht den ganzen Tag sinnlos alles in sich rein zu stopfen. Auf keinen Fall sollte man mehr als den Gesamtumsatz (also Grundumsatz + Leistungsumsatz) an Kalorien aufnehmen. Was ich an Cheatdays mache ist, ich verzichte auf mein Kaloriendefizit – Ich bleibe also neutral. Dabei plane ich alles um eine Schlemmermahlzeit.

Abwechslung

Ich persönlich finde es sinnvoll die Ernährungsform zu variieren und nicht stur auf LowCarb, HighCarb, Paleo oder was auch immer zu setzen. Abwechslung ist wichtig auch für die Motivation. Abgesehen davon ist es auch natürlicher. Über Millionen von Jahren haben Menschen gegessen was da war. Im Sommer gab es Obst und wenn die Jagd erfolgreich war auch Fleisch. Im Winter wurden die Getreidereserven aufgebraucht.

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Tag 95 – Cheatdays

Am Sonntag war Raclette-Abend. Natürlich gab es wie immer vorher auch noch Kaffee und Kuchen. Also habe ich den Sonntag gleich zum Cheatday deklariert.

Je weiter mein Programm fortschreitet, desto stärker scheinen sich Cheatdays auf den Erfolg auszuwirken. Eigentlich versuche ich mich ja immer auf Cheatdays vorzubereiten und so habe ich auch diesmal das Sportpensum vorher erhöht. Am Sonntag morgen habe ich sogar eine neue Bestleistung aufgestellt und tatsächlich 90 Minuten auf dem Heimtrainer gesessen und dabei über 1000kcal verbrannt. Trotz dieser Bestleistung habe ich am Montag 2 kg mehr auf der Waage gehabt, obwohl ich eigentlich nur rund 400kcal drüber war (die 1000kcal Sport mit eingerechnet).

90 min - 1000 kcal

Es ist jedes mal das gleiche. Ich weis zwar genau, dass sich das nach ein paar Tagen von alleine wieder legt, aber irgendwie bleibt doch immer ein komisches Gefühl. Ich reiße mich aber zusammen und setzte mich trotzdem nicht auf den Heimtrainer. Das ist heute nicht im Plan und dabei bleibt es. Das beste ist es, nach einen Cheatday einfach nach Plan weiter zu machen. Leider muss ich mir das immer wieder selbst einreden, weil ein Teil von mir nicht daran glaubt.

Eigentlich wäre es wohl das Beste, wenn ich mal damit aufhöre würde mich täglich auf die Waage zu stellen. Aber irgendwie brauche ich diesen Start in den Tag.

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Tag 92 – Beim Arzt

Diese Woche hatte ich einen Termin beim Arzt. Nichts Schlimmes – ich muss nur einmal pro Quartal zum Pulmologen wegen allergischem Asthma.

Bevor es in die Kammer zum Lungenfunktionstest geht, muss ich dort immer auf die Waage. Als die Arzthelferin den Wert am PC einträgt, sagt sie plötzlich ganz erstaunt „Ohh – Sie haben ja abgenommen!“. Kurze Pause dann „Sie haben ganz schön viel abgenommen! Wie haben sie dass geschafft“. Ich natürlich „Ernährung und Sport“ – „iiieehh – Das ist ja doof!“ meinte Sie. Ich sagt nur „Ich lese auch Harry Potter, aber ich glaub nicht, dass das geholfen hat“. 🙂

Nach dem Lungenfunktionstest geht es immer zur Ärztin rein. Sie rief gleich aus dem Nachbarzimmer „Ist das der Herr Hosang? Schicken sie den gleich rein!“. Die Arzthelferin „Der Herr Hosang hat ganz doll abgenommen“. Das folgende Gespräch drehte sich mehr um meinen Gewichtsverlust und meine Ziele als um den eigentlichen Lungenfunktionstest. Der war auch OK. Zitat: „Der sieht im vergleich zum letzten aus, als wäre er von einer anderen Person“

Am Ende sagte sie dann noch, dass ich da sehr stolz drauf sein kann. Es versuchen so viele abzunehmen aber nur wenige schaffen es. Ich habe dann Yoda zitiert. „Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.“

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Tag 84 – Die nächste große Marke

Zwei große Dinge sind in der letzten Woche passiert.

Das erste – ich habe die 15-kilo-Marke erreicht. Das freut mich natürlich tierisch, denn die Abstände zwischen den großen Marken werden immer länger. Es erfordert auch immer mehr Disziplin. Während am Anfang Cheating-Tage fast keine Auswirkungen auf das Abnehmen hatten, ist es inzwischen so, dass mich ein Cheating-Tag auch (mindestens) einen Tag zurück wirft. Selbst das ansparen von Kalorien für einen Cheating-Tag hilft kaum noch.

Das zweite – Ich habe meinen Kleiderschrank ausgemistet. Unglaublich wie viel Platz ich bei einigen Hosen hatte.

Das Entsorgen der Hosen ging mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits wurde mir bewusst, wie sehr ich mich verändert habe. Andererseits muss ich mir neue Sachen kaufen, was ganz schön ins Geld geht. Allerdings habe ich mich damit getröstet, dass die meisten Hosen  ziemlich fertig waren und ich sowieso neue gebraucht hätte. Aus diesem Grund kam es für mich auch nicht in Frage die Sachen zu spenden, denn ich bin einfach der Meinung, wenn man etwas spendet, sollte es auch in einem guten Zustand sein. Eine Spende ist keine Müllentsorgung.

kleine Änderungen

Ich habe an meinem Programm ein wenig gefeilt. Statt täglich 15-20 Minuten auf dem Heimtrainer mache ich jetzt alle 2-3 Tage 40-50 Minuten. Jetzt könnte man natürlich sagen ‚warum hast du das nicht von Anfang an so gemacht?‘. Ganz einfach – ich habe am Anfang gerade so 15 Minuten durchgehalten.

Mein bisheriges Ziel war ja, jeden Tag 200-250 kcal auf dem Heimtrainer zu verbrennen. Im Prinzip habe ich dieses Ziel immer noch, allerdings gucke ich jetzt für jeden Tag den Durchschnitt der vergangen 7 Tage an. Rutscht der unter 200 weiß ich, dass ich wieder auf den Heimtrainer muss.

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Tag 77 – Oh-je

Ostern

Ostern war eine Herausforderung. Am Karfreitag und Ostersamstag habe ich reichlich Sport gemacht. Also nicht nur Heimtrainer sonder auch Kraftsport. Am Sonntag dann der erste Familienbesuch. Ergebnis war, dass ich von Freitag früh zu Montag früh 1,2 kg zugenommen habe. Am Ostermontag ging es zum Mittag ins China-Restaurant. Ich habe was vegetarisches mit Tofu bestellt. Nachmittags Kuchen – Abends auf’s Fahrrad.

Am Dienstag waren dann zum Glück wieder 0,7 kg weg – und dann nochmal 1kg bis heute. Das sind auf der Waage von Freitag bis Freitag (also eine Woche) 0,5 kg. Das ist eigentlich wenig, zumal ich über Ostern und auch danach nicht nur viel Sport gemacht habe, sondern auch mit meinen Kalorien weitgehend im Zielbereich lag – trotz Kuchen und Grillen.

Eigentlich hat mich das ein wenig frustriert. Aber heute ist ja Mess-Tag. Und das Maßband lieferte mir eine Überraschung. In dieser Woche, die auf der Waage eine der schlechtesten war, habe ich 2 cm am Bauch verloren. Das ist mit Abstand der Beste Wert seit ich messe (was ich ja nicht von Beginn an mache). Normal liege ich so bei etwa 0,5 cm.

Also – wieder was gelernt (was ich eigentlich schon wusste). Nicht nur auf die Waage verlassen.

Die Gesundheit

Bei meinem heuten Mess-Tag gab es gleich noch eine positive Überraschung. Mein Blutdruck ist deutlich niedriger als zu Anfang. Statt 130/90, die ich am Anfang immer hatte, habe ich heute 110/65 gemessen. Natürlich sind einmalig gemessene Werte nicht wirklich aussagekräftig habe meine Messungen, die ich jeden Freitag mache, zeigen einen deutlichen Trend nach unten. Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so früh in meinem Programm schon so stark auswirkt.

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