Tag 123 – Wundermittel beim Abnehmen

Ich verstehe einfach nicht, warum Leute immer noch glauben, dass man mit irgendwelchen Mittelchen abnehmen kann.

Kapseln mit grünem Tee / Kaffee

Hab ich letztens erst wieder in einer Facebook-Gruppe gesehen, dass sich jemand solche Kapseln bestellt hat. Der bzw. diejenige hat dann gleich den mitgelieferten Flyer gepostet. Da stand dann auf einer Seite „Mit diesen Verhaltensweisen unterstützen sie die Wirkung der Kapseln“. Darunter dann eine Liste.

  • Vor dem Essen einen halben Liter trinken
  • Ein bisschen Bewegung wirkt wunder
  • Lebensmittel essen, die wenig Kalorien haben und dafür viel Volumen – Am besten Gemüse.
  • Abends keine Kohlenhydrate.
  • Scharfes Essen kurbelt den Stoffwechsel an

Natürlich helfen so die Kapseln beim Abnehmen. Mit der Liste nimmt man selbst ab und mit den Kapseln auch gleich das Portmonnaie.

Kleiner Tipp am Rande. Wenn ihr auf irgendeiner Produktbeilage etwas von „entschlackend“ lest – FINGER WEG. Die sogenannte „Schlacke“ im Körper ist einer Erfindung der Industrie für Nahrungsergänzungsmittel!

KiloKick

Die Wunderwaffe gegen Pfunde – 1 kg über Nacht. Aber Vorsicht – Nur 1 x pro Woche! Sonst verliert er seine Wirkung.

Warum der nicht funktionieren kann.

Zu den Zahlen – 1 kg Körperfett entspricht ca. 7000 kcal. Das sind 29308 kiloJoule, was wiederum etwas über 8 kWh entspricht. ACHT KILOWATTSTUNDEN. Damit kann man eine kleine Herdplatte 8 Stunden auf höchster Stufe laufen lassen. Wer glaubt im Schlaf 1 kg Körperfett verbrennen zu können, der glaubt auch an spontane Selbstentzündung.

Warum es doch zu funktionieren scheint.

Man hat den ganzen Tag, wie bei einer Diät üblich, ballaststoffreich gegessen und viel getrunken. Abends dann wird dann der Kilokick (der auch zu >90% aus Wasser besteht) gegessen. Dann geht man vor dem Schlafen noch schnell auf die Waage. Das macht man sonst nicht, aber man will ja wissen, wie viel der KiloKick bringt. Am morgen geht man dann auf Toilette (vielleicht musste man nachts sogar mal), das Wasser und die Ballaststoffe verlassen auf natürlichem Weg den Körper und beim wiegen hat man dann 1 kg weniger. NEIN – KEIN FETT. Nur Wasser und aufgequollene Ballaststoffe.

Die richtige Messung

Richtig wäre es, sich einen Morgen nach der Toilette zu wiegen, den ganzen Tag Kalorienneutral zu ernähren, sodass man nach dem KiloKick kein Defizit hat, und dann am nächsten Morgen nach der Toilette wieder zu wiegen. Im Ergebnis wird man dann sehen, dass man nichts sieht. Bis auf eine Messtoleranz von sagen wir mal +/- 200 g wird sich auf der Waage nichts getan haben.

Die echten Mittel

Eine proteinreiche Ernährung kann das Abnehmen tatsächlich Unterstützen. Ich habe es in dem letzen Beitrag schon mal geschrieben – Der KiloKick hat als natürliche Alternative zum Eiweiß-Shake durchaus seine Berechtigung. Wenn man am Abend noch Kalorien übrig hat und sowieso Eiweiß fehlt, ist der KiloKick ein sinnvoller Snack vorm Schlafen. Aber noch besser ist er eigentlich, genau wie die Eiweiß-Sakes, vor dem Sport.

Ein bisschen Ironie

Übrigens lese ich zur Zeit Harry Potter. Ich bin schon beim vierten Teil und der hilft mir prima beim Abnehmen. Doch ehrlich! Ich lese meistens auf dem Heimtrainer, aber das ist eher Zufall. Also – kauft euch die Bücher. Lesen hilft beim Abnehmen.

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Tag 114 – HIIT & KiloKick

Letztes Wochenende hab ich’s mal wieder nicht so genau genommen. Es stand ein kleiner Kurzurlaub mit entsprechenden Cheatmeals an – Wenn der Grill an ist, kann ich einfach keine Kalorien zählen. Was folgte war das üblich auf und ab beim Gewicht. Aber daran habe ich mich gewöhnt und kann prima damit leben.

KiloKick

Ich habe schon öfters vom KiloKick gehört und dachte das wäre irgendein Eiweißpulver. Aber weit gefehlt. Es ist eine Eiweißmahlzeit aus frischen Zutaten. Angeblich nimmt man damit quasi über Nacht 1kg ab. Naja – es gibt keine Wissenschaftlichen Studien, die das belegen und Erklären, warum das so sein soll, kann auch niemand. Man darf den auch nur 1x pro Wochen nehmen, sonst verliert er seine Wirkung. Natürlich weiß auch niemand warum – Wie auch, wenn man nicht weiß wie er wirkt (bzw wirken soll).

Trotzdem find‘ ich den gut – eben weil es eine natürliche Proteinbombe ist, die auch prima als Nachtisch taugt. Hier mal die Zutaten laut original Rezept:

  • 250g Magerquark
  • Eiklar von zwei Eiern
  • 1 EL Zitronensaft
  • Süßstoff bei Bedarf

Allerdings ist daran aus meiner Sicht etwas unlogisch. Das Eiklar* ist dafür bekannt, dass es weniger Protein* hat, als das Eigelb hat und dafür mehr Fett. Wenn man aus dem Ei nur den fettreicheren Teil verwendet, warum ist dann Magerquark in dem Rezept. Daher (und weil ich nicht weiß, was ich mit dem ungenutzten Eigelb machen soll) habe ich das Rezept etwas angepasst.

  • 250g Quark (20% Fett i.Tr)
  • 2 Eier (komplett)
  • 1 EL Zitronensaft
  • Süßstoff

Das nehme ich allerdings nicht vor dem Schlafen sondern am Nachmittag ca 1 Stunde vor dem Sport. Der sättigt lange ohne dass man sich vollgefressen fühlt und gibt mir Energie, die ich für den Sport brauche.

HIIT

High-intensity interval training – Also ein Intervalltraining mit extrem kurzen aber extrem intensiven (bis an die Belastungsgrenze) Phasen gefolgt von längeren Erholungsphasen mit geringer Intensität. Man verbracht dabei wohl mehr energie als bei normalem Cardio-Training und hat einen langen Nachbrenneffekt. Ich habe das gestern mal probiert und wie folgt aufgeteilt (alles auf dem Heimtrainer).

  • 5 Minuten aufwärmen bei ca 80W
  • Intervalltraining (5 Intervalle -> 10 Minuten)
    • 1 min ca 80W
    • 50 s ca 150W
    • 10 s ca 280W
  • 5 Minuten ‚austrudeln‘ bei ca 80W

Nach diesen 20 Minuten war ich völlig fertig. Ich habe 350 kcal verbrannt, wofür ich normalerweise 30-40 Minuten brauche. Allerdings habe ich mich danach nicht wirklich wohl gefühlt.

Heute dann das gleiche nochmal, allerdings habe ich bei den Spitzenbelastungen auf den Maximalpuls geachtet und die Pausen etwas verlängert. Dabei habe ich in 20 Minuten 280 kcal verbrannt und fühle mich deutlich wohler. Ich denke, damit kann ich leben und werde es weiter probieren. Mal schauen, ob sich wirklich was tut.

* Ich habe absichtlich auf die Begriffe Eiklar und Protein verwendet. Eiweiß und Eiweiß hätte wohl zu Verwirrung geführt.

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