Tag 110 – Social Media

Wenn man sich so lange mit dem Thema abnehmen beschäftigt landet man fast zwangsläufig in Gruppen in den sozialen Netzwerken, schließlich ist das die einfachste Möglichkeit sich mit gleichgesinnten auszutauschen. Man holt sich selbst Motivation, in dem man sich anschaut, was andere erreicht haben. Andererseits kann man anderen, die in einem Tief hängen, mit Tipps helfen.

Mit den Tipps ist das aber so eine Sache. Nicht jeder gut gemeinte Ratschlag, den man dort bekommt, ist auch wirklich hilfreich. Das extremste Beispiel ist dieses Grundumsatz-Mantra was immer wieder beschworen wird. Da heißt es ‚Was – du kommst beim Abnehmen nicht weiter? Du liegst bestimmt unter deinem Grundumsatz.‘ oder ‚Wenn man 20kg in 2 Monaten abnimmt, liegt man zwangsläufig unter seinem Grundumsatz und dann kommt es zum Jojo-Effekt‘.

Was ist am Grundumsatz dran?

Der Grundumsatz ist die Energiemenge, die der Körper bei völliger Ruhe verbraucht. Den kann man sich ausrechnen (zb auf bmi-rechner.net), wobei ich über die Genauigkeit dieser Rechnungen ja schon mal einen Beitrag geschrieben habe. Die Theorie, die durchs Netz geistert (ich bin bei meinen Recherchen noch auf keine echte Studie gestoßen, was nicht heißt, dass es keine gibt) lautet, dass wenn die Energiezufuhr unter dem Grundumsatz liegt, fährt der Körper den Stoffwechsel runter. Die Körpertemperatur sinkt, man wird müde, lustlos und allgemein schlapp (tatsächlich sinkt dadurch der Grundumsatz unter das normale Niveau, was aber kein Grund zur Freude ist). In diesem Zustand versucht der Körper jedes bisschen überschüssige Energie zu speichern – man nimmt also nicht mehr ab. Wenn man dann wieder normal isst, nimmt man schlagartig wieder zu.

NACHTRAG: Ein paar Wochen nachdem ich das geschrieben habe, bin ich zu der Erkenntnis gelangt, das nicht die zu niedrige Kalorienaufnahme an diesen Symptomen schuld sind, sondern die falsche Verteilung der Nährstoffe.

Also stimmt das natürlich schon, dass wenn die aufgenommene Energiemenge unter dem Grundumsatz liegt, die Diät fast schon zum scheitern verurteilt ist. Aber der Umkehrschluss, dass wenn bei Leuten der Gewichtsverlust stoppt, ausschließlich der Grundumsatz schuld ist, darf nicht gezogen werden. Dass das Abnehmen nicht linear verläuft, ist völlig normal. Es gehört einfach dazu, dass man mal etwas schneller abnimmt und mal etwas langsamer (oder vielleicht sogar wieder an Gewicht zulegt). Gerade wenn man viel Sport macht gibt es Phasen, in denen mehr Fett verbrannt wird und Phasen in denen das Fettverbrennen langsamer geht und dafür mehr Muskeln aufgebaut werden.

gefährliches Halbwissen

Kritisch wird es an der Stelle, wenn vielleicht Organische Ursachen übersehen werden. Wenn man über mehrere Wochen kämpft, also auf die Ernährung achtet und Sport treibt, und es tut sich absolut nichts (also weder auf der Waage noch am Maßband), dann ist es sicher nicht die schlechteste Idee sich mal für einen Termin für einen Check beim Hausarzt zu holen. Übrigens – ab Mitte 30 sollte man sowieso einmal pro Jahr zu einer Routineuntersuchung. Ich mache das seit einigen Jahren.

Meine persönliche Meinung zum Jojo-Effekt

Der Jojo-Effekt tritt auf, wenn man nach einer Diät wieder ’normal‘ (also so wie vorher) isst. Allerdings hatte man ja das Übergewicht, weil man vorher zu viel oder falsch (bzw vom Falschen zu viel) gegessen hat. Daher denke ich, dass wenn der Jojo-Effekt voll zuschlägt, der- oder diejenige das Prinzip einer gesunden Lebensweise nicht verinnerlicht hat.

Ich habe meine Lebensweise geändert, um abzunehmen. Wenn ich mein Wunschgewicht erreicht habe, werde ich erneut umstellen um das Gewicht zu halten. Mir ist voll bewusst, dass ich den Rest meines Lebens auf mein Gewicht achten muss.

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